Stillen FAQ

Die Geburt eines Babys gehört zu den schönsten Dingen des Lebens, aber der Gedanke daran kann auch Angst auslösen. Wir haben eine Liste typischer Fragen und Antworten zusammengestellt, damit Sie das Stillen gleich auf den richtigen Weg bringen können.

Können Frauen mit kleinen Brüsten stillen?

Weibliche Brüste jeder Form und Größe produzieren Milch, und fast alle Frauen können auch stillen. Manchmal benötigt man nur mehrere Anläufe, bis es richtig klappt. Wenn Sie Hilfe benötigen, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Ihre Hebamme oder Ihre Stillberaterin. Auch wenn Sie bei Ihrem ersten Kind Schwierigkeiten mit dem Stillen hatten, können Sie es beim zweiten erneut versuchen. Wahrscheinlich wird Ihnen das Stillen nun wesentlich leichter fallen als beim ersten Kind.

 
Wie kann ich meinen Partner und andere Familienmitglieder mit einbeziehen?

Babys brauchen auch abgesehen vom Stillen sehr viel Aufmerksamkeit, z. B. beim Kuscheln, Baden, Windeln wechseln oder Spazierengehen. Und wenn das Stillen später zur Routine geworden ist, können Sie Muttermilch abpumpen und aufbewahren. Wenn Sie dann allein, mit einem anderen Kind oder Ihrem Partner ausgehen möchten, kann z. B. ein Babysitter dem Kind die Muttermilch aus der Flasche geben.

 
Woher weiß ich, dass mein Baby genug Milch bekommt?

Wenn Ihr Baby an der Brust anliegt und gut saugt, es mindestens acht- bis zwölfmal in 24 Stunden gestillt wird, jede Brust leert, gesund und zufrieden erscheint, aktiv und aufgeweckt ist, wenn es wach ist, und nach jeder Stillmahlzeit einen zufriedenen Eindruck macht, können Sie sicher sein, dass es genügend Muttermilch erhält. Ein weiteres gutes Anzeichen ist, wenn Sie etwa 8-mal innerhalb von 24 Stunden die Windeln wechseln müssen. Wenn Sie sich unsicher sind, bitten Sie Ihre Hebamme oder Stillberaterin um Rat. Sie können Ihr Baby auch in Ihrer Klinik vor Ort wiegen lassen.

 
Lohnt es sich zu stillen, wenn ich bald wieder arbeiten möchte?

Je mehr Zeit Sie in den ersten vier Monaten mit Ihrem Baby verbringen können, umso besser ist es für Sie beide. Muttermilch ist in den ersten Lebensmonaten die beste Ernährung für Ihr Baby. Auch wenn Sie in Ihren Beruf zurückkehren, können Sie mit dem Stillen fortfahren. Sie können Ihr Baby morgens, abends und am Wochenende stillen, während es dazwischen Flaschen mit abgepumpter Muttermilch erhält.

 
Wie lange sollte ich stillen?

Durch das Stillen in den ersten sechs Monaten sichern Sie Ihrem Baby einen exzellenten Start ins Leben. Nach sechs Monaten wird Ihr Baby wahrscheinlich schon festere Nahrung zu sich nehmen können. Sie können so lange weiter stillen, wie Sie und Ihr Baby es möchten. Normale Milch ist für das erste Lebensjahr nicht empfehlenswert. Wenn Sie aufhören zu stillen oder abzupumpen, sollten Sie Ihrem Baby Milch in Form von spezieller Babynahrung geben.

 
Kann ich auch mit Flach- oder Hohlwarzen stillen?

Jede zehnte Frau hat Flach- oder Hohlwarzen. Wenn sich Ihre Brustwarzen normalerweise bei Berührung oder Kälte aufrichten oder wenn Sie sie herausziehen können, sollten Sie beim Stillen keine Probleme haben.

Versuchen Sie, die Brustwarze mit Daumen und Zeigefinger herauszudrücken. Wenn dies funktioniert, sollte Ihr Baby die Brustwarze durch Saugen fassen können, wenn Ihr Baby richtig positioniert ist.

 
Wie gehe ich mit einem Milchstau um?

Wenn die Milch "einschießt" (siehe So stillen Sie richtig), können Ihre Brüste hart werden und sich unangenehm anfühlen. Stillen Sie Ihr Baby so oft wie möglich und pumpen Sie – falls nötig – vorher etwas Milch mit Ihrer Milchpumpe ab. Die Brust wird dadurch wieder weicher und Ihr Baby kann leichter trinken. Die Schwellung kann mit eiskalten Flanelltüchern oder Eisbeuteln aus dem Kühlschrank abgemildert werden.

Damit die Schwellung zurückgeht und die Knoten verschwinden, sollten Sie Ihr Baby lange genug stillen.

Wenn sich Ihre Brüste zwischen den einzelnen Stillvorgängen sehr prall und unangenehm anfühlen, Sie Ihr Baby aber nicht wecken möchten, pumpen Sie etwas Milch mit Ihrer Milchpumpe ab. So können Sie sich auch einen Vorrat an Muttermilch anlegen.

 
Was kann ich bei auslaufender Milch tun?

Dem peinlichen Auslaufen von Milch zwischen den Mahlzeiten können Sie mit Stilleinlagen vorbeugen.

Die Einweg-Stilleinlagen sind aus weicher Baumwolle mit einer dichten Decklage hergestellt und halten Feuchtigkeit von Ihrer Brust und Kleidung fern. Denken Sie bitte daran, die Einlagen regelmäßig auszuwechseln, damit Ihre Brustwarzen nicht wund werden.

 
Wie kann ich wunde oder eingerissene Brustwarzen vermeiden?

Wenn Ihr Baby von Anfang an richtig an Ihrer Brust saugt, sollten Sie von wunden oder aufgesprungenen Brustwarzen verschont bleiben. Massieren Sie nach dem Stillen ein paar Tropfen Muttermilch in die Umgebung der Brustwarze ein. Halten Sie die Brustwarzen trocken, und wechseln Sie oft die Stilleinlagen.

 

So stillen Sie richtig:

Einigen frischgebackenen Müttern fällt das Stillen von Beginn an leicht, andere wiederum brauchen etwas Übung und Geduld, bevor das Stillen reibungslos klappt. Denken Sie daran, dass Sie bei Ihrer Hebamme, Ihrem Arzt oder einer Stillberaterin stets gute Ratschläge und Unterstützung finden. Für erste Informationen hat Philips AVENT eine Übersicht über die Grundlagen des Stillens für Sie zusammengestellt.

Nachfolgend finden Sie praktische Tipps und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Stillen.

Das Stillen beginnt

Wussten Sie schon, dass Ihr Körper einen "Auslöser" braucht, um die Milchproduktion in Gang zu bringen? Dieser Auslöser ist das Saugen Ihres Babys, deshalb sollten Sie Ihr Neugeborenes möglichst bald nach der Geburt anlegen. Ihre Hebamme wird Ihnen helfen, die für Sie und Ihr Baby beste und angenehmste Stillposition zu finden.

In den ersten Tagen produziert Ihre Brust kleine Mengen einer gelblichen, dickflüssigen Vormilch, die als Kolostrum bezeichnet wird. Diese an Nährstoffen und Antikörpern reiche Milch ist für Ihr Baby sehr gesund. Je öfter Sie Ihr Baby in den ersten Tagen anlegen, umso schneller beginnt die Produktion der eigentlichen Muttermilch – normalerweise innerhalb der ersten drei Tage.

Wenn die Milch "einschießt", werden Sie wahrscheinlich ein Kribbeln in Ihrer Brust spüren, sobald Sie zum Stillen bereit sind. Möglicherweise tropft sogar Milch aus der Brust, was als Milchspendereflex bezeichnet wird. Manchmal verspüren Sie leichte Wehenschmerzen, weil sich die Gebärmutter während des Stillens zusammenzieht.

Denken Sie daran...

Ihr Baby trinkt aus der Brust, nicht aus der Brustwarze. Richtiges Anlegen erleichtert Ihrem Baby das Trinken, regt Ihre Milchproduktion an und vermeidet wunde Brustwarzen. Sie sollten die Zunge und den Kiefer des Babys aktiv an Ihrer Brust spüren und sehen, wie sich die Ohren leicht bewegen. Wenn der Mund Ihres Babys Ihre Brust nicht richtig umschließt, lösen Sie den Mund mit Ihrem kleinen Finger von Ihrer Brust, und legen Sie Ihr Baby erneut an.

Stillhäufigkeit

Je öfter Sie Ihr Baby stillen, umso mehr Milch produzieren Sie. Wenn Sie "nach Bedarf" stillen, werden Sie die gesamte Milch produzieren, die Ihr Baby braucht. Die meisten gestillten Babys schreien, wenn sie hungrig sind, was in den ersten Wochen alle zwei bis drei Stunden der Fall sein wird. Jede Mahlzeit kann bis zu einer halben Stunde dauern.

Blähungen und Koliken

Einige Babys leiden unter Blähungen oder Koliken. Wenn das bei Ihrem Baby der Fall ist, lassen Sie es nach dem Trinken an Ihrer Schulter aufstoßen. Wenn Ihr Baby an beiden Brüsten trinkt, sollten Sie es auch dazwischen sein "Bäuerchen" machen lassen.

Gewichtszunahme

Wenn das Geburtsgewicht Ihres Babys gering war (unter 2,5 kg) oder Sie eine schwere Geburt hatten, ist es besonders wichtig, eine gute Routine für das Stillen zu entwickeln und in den ersten Wochen das Gewicht Ihres Babys zu beobachten. Zögern Sie nicht, Ihre Hebamme oder Ihre Stillberaterin um Hilfe zu bitten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Stillen:

1. Machen Sie es sich bequem

Falls Sie nach der Geburt liegen müssen, wird Ihre Hebamme Ihnen helfen, die beste Position zum Stillen zu finden. Andernfalls setzen Sie sich gerade auf einen Stuhl, und halten Sie Ihr Baby in Brusthöhe quer über Ihren Schoß. Da eine Stillmahlzeit rund 30 Minuten dauern wird, ist es wichtig, dass Sie beide so bequem und entspannt wie möglich sitzen. Stützende Kissen oder ein niedriger Hocker, auf dem Sie die Füße abstellen, sorgen für einen besseren Halt.

2. Die richtige Stillposition für Ihr Baby

Schmiegen Sie den Bauch Ihres Babys eng an Ihren Körper. Der Kopf sollte auf Ihrem Unterarm liegen, nicht in der Armbeuge. Sie können den Nacken und Kopf Ihres Babys zusätzlich mit der anderen Hand stützen. Denken Sie daran, dass Sie Ihr Baby zur Brust und nicht die Brust zum Baby führen.

3. Richtiges Anlegen

Fahren Sie mit den Lippen Ihres Babys über Ihre Brustwarze, bis das Baby den Mund weit öffnet wie beim Gähnen. Führen Sie den Mund des Babys sanft an Ihre Brust, und achten Sie darauf, dass der Mund einen möglichst großen Bereich des Warzenhofs abdeckt. Die Brustwarze sollte dabei im hinteren Mundbereich und nicht nur an den Lippen liegen. Achten Sie darauf, zwischen der Nase des Babys und Ihrer Brust einen kleinen Zwischenraum zu lassen, damit das Baby frei atmen kann. Bleiben Sie geduldig – vielleicht brauchen Sie mehrere Versuche, bis Ihr Baby richtig angelegt ist.

4. Während des Stillens

Entspannen Sie sich, sobald Ihr Baby zu trinken anfängt. Das Baby erhält zunächst eine dünne "Vormilch", die seinen Durst stillt, bevor die kalorienreiche und sättigende "Nachmilch" fließt. Darum ist es wichtig, sich für die Mahlzeit Zeit zu nehmen. Lassen Sie das Baby so lange es möchte an der einen Brust trinken, und bieten Sie ihm dann die zweite Brust an. Falls Ihr Baby an der zweiten Brust nicht mehr trinken möchte, bieten Sie ihm diese bei der nächsten Mahlzeit zuerst an.

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